PV-Rechner: Wie viel kWp brauche ich für mein Haus?
Jeder Solarrechner im Netz beantwortet dieselbe Frage anders, weil fast alle mit einer Faustregel arbeiten: ein Kilowatt Peak je 1.000 Kilowattstunden Verbrauch. Diese Regel kennt Ihr Dach nicht und ignoriert den Unterschied zwischen 37 Cent und 7,7 Cent. Dieser PV-Rechner kennt beides und sagt Ihnen auch, wo Ihre Anlage aufhört, sich zu lohnen.
Von Josef Gitterle, redaktionell verantwortlichVeröffentlicht am 20 Minuten Lesezeit20 Quellen
Das Wichtigste in Kürze
- Anlagengröße: 1,5 bis 2 kWp je 1.000 kWh Jahresverbrauch. Bei 5.000 kWh sind das 10 kWp, bei 3.000 kWh 6 kWp. Die alte 1:1-Regel liegt bei heutigen Preisen zu tief.
- Dachfläche: 5 bis 6 m² zusammenhängende Fläche je kWp. Für 10 kWp brauchen Sie 55 m² und 23 Module à 440 Watt, auf dem Flachdach rund das Doppelte.
- Die Grenze: Sobald der Ertrag Ihren Verbrauch übersteigt, bringt jedes weitere Kilowatt Peak nur noch die Einspeisevergütung statt der 37 ct, die Sie im Haus sparen. Die Anlage wird davon nicht unwirtschaftlich, aber jedes weitere Kilowatt Peak amortisiert langsamer als das vorige.
- Zukunft: Ein geplantes E-Auto sind 2 kWp mehr, eine geplante Wärmepumpe 3 kWp. Der Aufschlag liegt bewusst unter der Grundregel, weil der Zusatzbedarf im Winter anfällt und dort ohnehin kaum vom Dach kommt.

Photovoltaik-Rechner: Anlagengröße in vier Angaben berechnen
Vier Fragen genügen für eine belastbare Größe: Wie viel Strom Sie heute brauchen, wie viel Dachfläche zusammenhängend frei ist, wohin diese Fläche zeigt und was in den nächsten Jahren dazukommt. Alles Weitere auf dieser Seite rechnet mit Ihren Angaben weiter, auch die Grafik, die Kostentabelle und der Rechenweg am Ende.
23 Module à 440 Watt auf rund 55 m² Dachfläche.
Die Anlage erzeugt mehr, als Sie verbrauchen. Jedes weitere Kilowatt Peak bringt nur noch rund 66 € im Jahr, das sind 7,0 ct je zusätzlich erzeugter Kilowattstunde statt der 37 ct, die Sie im Haus sparen.
Für Ihre Angaben sind das 10 kWp, also 23 Module à 440 Watt auf rund 55 m² zusammenhängender Fläche. Ihr Dach würde bis zu 13 kWp tragen.
Wenn Sie Ihren Jahresverbrauch nicht kennen: Er steht auf der letzten Stromrechnung. Als Anhalt nennt der Stromspiegel für Deutschland 2.000 kWh für zwei Personen im Einfamilienhaus, 3.000 kWh für drei und 3.800 kWh für vier, jeweils ohne elektrische Warmwasserbereitung. Mit Warmwasser über Strom kommen rund 900 kWh dazu.
Belege: ADAC Dimensionierung, Vattenfall, co2online Stromspiegel
Wie viel kWp bei 2.000 bis 10.000 kWh Verbrauch
Die Tabelle zeigt für jeden Verbrauch die Größe, die unser Rechner empfiehlt, dazu Modulzahl, Dachfläche, Jahresertrag und Kosten mit passendem Speicher. Alle Zeilen sind mit Südausrichtung gerechnet.
| Jahresverbrauch | Haushalt | Anlage | Module | Dachfläche | Jahresertrag | Kosten mit Speicher |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2.000 kWh | 1 bis 2 Personen | 4 kWp | 10 | 22 m² | 3.800 kWh | 6.844 € |
| 3.000 kWh | 2 bis 3 Personen | 6 kWp | 14 | 33 m² | 5.700 kWh | 9.904 € |
| 4.000 kWh | 4 Personen, 3.800 kWh laut Stromspiegel | 8 kWp | 19 | 44 m² | 7.600 kWh | 12.216 € |
| 5.000 kWh | 4 Personen mit Warmwasser über Strom, 4.700 kWh | 10 kWp | 23 | 55 m² | 9.500 kWh | 14.540 € |
| 6.000 kWh | 5 Personen oder Homeoffice | 12 kWp | 28 | 66 m² | 11.400 kWh | 16.496 € |
| 8.000 kWh | 4 Personen mit Wärmepumpe | 15 kWp | 35 | 83 m² | 14.250 kWh | 20.430 € |
| 10.000 kWh | Wärmepumpe und E-Auto | 18 kWp | 41 | 99 m² | 17.100 kWh | 24.364 € |
Im Netz kursieren drei Faustregeln nebeneinander. Ein Kilowatt Peak je 1.000 Kilowattstunden Verbrauch ist die älteste. Der ADAC rechnet mit dem Faktor 1,5, der Sanierungsanbieter enter mit 2,5. Für einen Haushalt mit 5.000 kWh ergibt das 5, 7,5 oder 12,5 kWp. Das ist keine Feinheit, sondern eine Preisspanne von rund 8.000 €.
Die Faustregeln unterscheiden sich um den Faktor zweieinhalb.
Der Grund für die Streuung liegt in einer Frage, die keine der Regeln stellt: Wofür soll die Anlage groß sein? Wer nur den eigenen Verbrauch decken will, kommt mit dem Faktor 1 aus. Wer die Fläche ausnutzen und einspeisen will, landet bei 2,5. Zwischen diesen beiden Absichten liegt der ganze Unterschied, und er hängt an zwei Zahlen.
Solange die Anlage weniger erzeugt, als das Haus über das Jahr verbraucht, ist jedes zusätzliche Kilowatt Peak fast so viel wert wie das erste. Sobald der Jahresertrag den Jahresverbrauch übersteigt, kippt die Rechnung. Der zusätzliche Strom fällt dann vor allem im Sommermittag an, wenn im Haus niemand ist und der Speicher längst voll steht.
Zwei Prozentzahlen, die oft verwechselt werden
Der Autarkiegrad sagt, welchen Anteil Ihres Verbrauchs die Anlage deckt. Der Eigenverbrauchsanteil sagt, welcher Anteil des erzeugten Stroms im Haus bleibt. Bei einer knapp ausgelegten Anlage liegen beide nahe beieinander, bei einer großen Anlage laufen sie weit auseinander. Der Autarkiegrad steigt kaum noch, der Eigenverbrauchsanteil fällt.
Ihre Anlage erzeugt 9.500 kWh im Jahr, Ihr Haushalt braucht 5.000 kWh. Selbst verbrauchen können Sie davon 3.250 kWh, das sind 34 Prozent des Ertrags.
Belege: Fraunhofer ISE, Bundesnetzagentur, BDEW, Verbraucherzentrale Planung