PV-Rechner: Wie viel kWp brauche ich für mein Haus?

Jeder Solarrechner im Netz beantwortet dieselbe Frage anders, weil fast alle mit einer Faustregel arbeiten: ein Kilowatt Peak je 1.000 Kilowattstunden Verbrauch. Diese Regel kennt Ihr Dach nicht und ignoriert den Unterschied zwischen 37 Cent und 7,7 Cent. Dieser PV-Rechner kennt beides und sagt Ihnen auch, wo Ihre Anlage aufhört, sich zu lohnen.

Von Josef Gitterle, redaktionell verantwortlichVeröffentlicht am 20 Minuten Lesezeit20 Quellen

Das Wichtigste in Kürze

  • Anlagengröße: 1,5 bis 2 kWp je 1.000 kWh Jahresverbrauch. Bei 5.000 kWh sind das 10 kWp, bei 3.000 kWh 6 kWp. Die alte 1:1-Regel liegt bei heutigen Preisen zu tief.
  • Dachfläche: 5 bis 6 m² zusammenhängende Fläche je kWp. Für 10 kWp brauchen Sie 55 m² und 23 Module à 440 Watt, auf dem Flachdach rund das Doppelte.
  • Die Grenze: Sobald der Ertrag Ihren Verbrauch übersteigt, bringt jedes weitere Kilowatt Peak nur noch die Einspeisevergütung statt der 37 ct, die Sie im Haus sparen. Die Anlage wird davon nicht unwirtschaftlich, aber jedes weitere Kilowatt Peak amortisiert langsamer als das vorige.
  • Zukunft: Ein geplantes E-Auto sind 2 kWp mehr, eine geplante Wärmepumpe 3 kWp. Der Aufschlag liegt bewusst unter der Grundregel, weil der Zusatzbedarf im Winter anfällt und dort ohnehin kaum vom Dach kommt.
Satteldach eines Einfamilienhauses, auf dem gerade Photovoltaikmodule verlegt werden, mit einem ausgezogenen Maßband auf der belegten Fläche

Photovoltaik-Rechner: Anlagengröße in vier Angaben berechnen

Vier Fragen genügen für eine belastbare Größe: Wie viel Strom Sie heute brauchen, wie viel Dachfläche zusammenhängend frei ist, wohin diese Fläche zeigt und was in den nächsten Jahren dazukommt. Alles Weitere auf dieser Seite rechnet mit Ihren Angaben weiter, auch die Grafik, die Kostentabelle und der Rechenweg am Ende.

Stromverbrauch heute, kWh im Jahr

Vier Personen mit Warmwasser über Strom, mit 5.000 kWh gerechnet

Nutzbare Dachfläche, m²

Trägt rund 13 kWp, typisches Einfamilienhaus

Ausrichtung der Fläche

Bestfall, voller Ertrag

In den nächsten Jahren geplant

Der Verbrauch bleibt, wie er ist

10kWpEmpfohlene Anlagengröße

23 Module à 440 Watt auf rund 55 m² Dachfläche.

Jahresertrag9.500 kWh
Davon selbst verbraucht3.250 kWh
Autarkiegrad65 %
Speicher8 kWh
Anlage mit Speicher14.540 €
Ersparnis im Jahr1.684 €
Amortisation9,9 Jahre
34 % Eigenverbrauchsanteil66 % ins Netz

Die Anlage erzeugt mehr, als Sie verbrauchen. Jedes weitere Kilowatt Peak bringt nur noch rund 66 € im Jahr, das sind 7,0 ct je zusätzlich erzeugter Kilowattstunde statt der 37 ct, die Sie im Haus sparen.

Für Ihre Angaben sind das 10 kWp, also 23 Module à 440 Watt auf rund 55 zusammenhängender Fläche. Ihr Dach würde bis zu 13 kWp tragen.

Wenn Sie Ihren Jahresverbrauch nicht kennen: Er steht auf der letzten Stromrechnung. Als Anhalt nennt der Stromspiegel für Deutschland 2.000 kWh für zwei Personen im Einfamilienhaus, 3.000 kWh für drei und 3.800 kWh für vier, jeweils ohne elektrische Warmwasserbereitung. Mit Warmwasser über Strom kommen rund 900 kWh dazu.

Belege: ADAC Dimensionierung, Vattenfall, co2online Stromspiegel

Wie viel kWp bei 2.000 bis 10.000 kWh Verbrauch

Die Tabelle zeigt für jeden Verbrauch die Größe, die unser Rechner empfiehlt, dazu Modulzahl, Dachfläche, Jahresertrag und Kosten mit passendem Speicher. Alle Zeilen sind mit Südausrichtung gerechnet.

Empfohlene Anlagengröße nach Jahresstromverbrauch und Haushaltsgröße, mit Modulzahl, Dachfläche, Ertrag und Kosten
JahresverbrauchHaushaltAnlageModuleDachflächeJahresertragKosten mit Speicher
2.000 kWh1 bis 2 Personen4 kWp10223.800 kWh6.844
3.000 kWh2 bis 3 Personen6 kWp14335.700 kWh9.904
4.000 kWh4 Personen, 3.800 kWh laut Stromspiegel8 kWp19447.600 kWh12.216
5.000 kWh4 Personen mit Warmwasser über Strom, 4.700 kWh10 kWp23559.500 kWh14.540
6.000 kWh5 Personen oder Homeoffice12 kWp286611.400 kWh16.496
8.000 kWh4 Personen mit Wärmepumpe15 kWp358314.250 kWh20.430
10.000 kWhWärmepumpe und E-Auto18 kWp419917.100 kWh24.364

Im Netz kursieren drei Faustregeln nebeneinander. Ein Kilowatt Peak je 1.000 Kilowattstunden Verbrauch ist die älteste. Der ADAC rechnet mit dem Faktor 1,5, der Sanierungsanbieter enter mit 2,5. Für einen Haushalt mit 5.000 kWh ergibt das 5, 7,5 oder 12,5 kWp. Das ist keine Feinheit, sondern eine Preisspanne von rund 8.000 €.

Die Faustregeln unterscheiden sich um den Faktor zweieinhalb.

Der Grund für die Streuung liegt in einer Frage, die keine der Regeln stellt: Wofür soll die Anlage groß sein? Wer nur den eigenen Verbrauch decken will, kommt mit dem Faktor 1 aus. Wer die Fläche ausnutzen und einspeisen will, landet bei 2,5. Zwischen diesen beiden Absichten liegt der ganze Unterschied, und er hängt an zwei Zahlen.

37ctspart jede selbst verbrauchte Kilowattstunde
7,7ctbringt jede eingespeiste Kilowattstunde
4,8×so viel wertvoller ist der Eigenverbrauch

Solange die Anlage weniger erzeugt, als das Haus über das Jahr verbraucht, ist jedes zusätzliche Kilowatt Peak fast so viel wert wie das erste. Sobald der Jahresertrag den Jahresverbrauch übersteigt, kippt die Rechnung. Der zusätzliche Strom fällt dann vor allem im Sommermittag an, wenn im Haus niemand ist und der Speicher längst voll steht.

Zwei Prozentzahlen, die oft verwechselt werden

Der Autarkiegrad sagt, welchen Anteil Ihres Verbrauchs die Anlage deckt. Der Eigenverbrauchsanteil sagt, welcher Anteil des erzeugten Stroms im Haus bleibt. Bei einer knapp ausgelegten Anlage liegen beide nahe beieinander, bei einer großen Anlage laufen sie weit auseinander. Der Autarkiegrad steigt kaum noch, der Eigenverbrauchsanteil fällt.

Ihre Anlage erzeugt 9.500 kWh im Jahr, Ihr Haushalt braucht 5.000 kWh. Selbst verbrauchen können Sie davon 3.250 kWh, das sind 34 Prozent des Ertrags.

Belege: Fraunhofer ISE, Bundesnetzagentur, BDEW, Verbraucherzentrale Planung

Wo die Anlage aufhört, sich zu lohnen

Sieben Anlagengrößen, gerechnet für Ihren Haushalt. Der helle Teil jedes Balkens ist der Strom, den Sie selbst verbrauchen, der dunkle Teil geht ins Netz. Über jedem Balken steht, nach wie vielen Jahren sich diese Größe bezahlt macht.

Die schnellste Amortisation hat immer die kleinste Anlage. Für Ihren Bedarf von 5.000 kWh sind das 4 kWp nach 7,5 Jahren, sie decken aber nur 49 Prozent Ihres Verbrauchs. Die empfohlenen 10 kWp decken 65 Prozent und brauchen 9,9 Jahre. Dazwischen liegt Ihre Entscheidung.

7,54
8,06
9,08
9,910
10,512
12,015
13,218
selbst verbrauchteingespeistIhre Empfehlungobere Zahl: Amortisation in Jahren, untere Zahl: kWp

Der helle Teil läuft in eine Waagerechte. Der dunkle wächst weiter.

Genau das ist der Punkt, den keine Faustregel abbildet. Ihr Eigenverbrauch ist durch Ihren Verbrauch begrenzt, nicht durch die Anlage. Ab der Größe, bei der der Ertrag Ihren Bedarf erreicht, kaufen Sie nur noch Einspeisung dazu, und die ist mit 7,7 ct vergütet. Die Preise je Kilowatt Peak sind dabei nach Größe gestaffelt, kleine Anlagen kosten je Kilowatt Peak mehr.

Dachfläche und Module: was Ihr Dach hergibt

Die zweite Grenze ist baulich. Auf dem Schrägdach rechnen Sie mit 5 bis 6 Quadratmetern zusammenhängender Fläche je Kilowatt Peak. Zusammenhängend heißt: ohne Gauben, Kamine, Dachfenster, Randabstände und ohne die Ecke, die ab Oktober im Schatten des Nachbarbaums liegt. Für 10 kWp sind das rund 55 m², für 15 kWp rund 83 m².

Im Rechner stecken deshalb zwei Flächenzahlen, und das ist Absicht. Für die Belegung rechnen wir mit 5,5 m² je Kilowatt Peak. Für die Frage, wie viel Leistung ein Dachflächenband überhaupt trägt, rechnen wir mit 6 m², weil in einem Band von 50 bis 80 m² selten die vollen 80 m² frei und rechteckig sind.

5–6je kWp auf dem Schrägdach
10–12kWpje 100 m² Flachdach, nach Süden aufgeständert
15–18kWpje 100 m² Flachdach, flach Ost und West
12–15kgLast je m² inklusive Montagesystem

Flachdach rechnet anders

Auf dem Flachdach zählt nicht die Dachfläche, sondern die aufgeständerte Modulfläche. Als Faustregel gilt ein Reihenabstand vom Dreifachen der Aufbauhöhe, sonst verschatten sich die Reihen im Winter gegenseitig. Nutzbar bleiben deshalb nur 50 bis 75 Prozent des Dachs. Wer 10 kWp nach Süden aufständern will, braucht rund 100 m² Flachdach statt der 55 m² auf dem Schrägdach. Die flache Ost-West-Belegung dreht das um: Sie bringt weniger Ertrag je Kilowatt Peak, aber deutlich mehr Kilowatt Peak je Quadratmeter und einen gleichmäßigeren Tagesverlauf.

Ausrichtung, Neigung und Verschattung

Jahresertrag einer 10-kWp-Anlage nach Ausrichtung der Dachfläche
AusrichtungAnteil vom BestfallErtrag 10 kWp
Süden, 30 bis 35 GradBestfall100 %9.500 kWh
Südost oder Südwestbis 45 Grad Abweichung95 %9.025 kWh
Osten und Westenbeide Dachseiten belegt80 %7.600 kWh
Nordenmeist keine sinnvolle Belegung60 %5.700 kWh

Dazu kommt der Standort. In Schleswig-Holstein liefert ein Kilowatt Peak rund 940 kWh im Jahr, in Bayern rund 1.080. Wir rechnen durchgehend mit 950 kWh, das entspricht etwa dem norddeutschen Niveau. Der Bundesschnitt liegt bei rund 1.000 kWh.

Über die Fläche entscheidet die Ausrichtung mit: Wer nach Osten und Westen belegt, braucht für denselben Ertrag ein Fünftel mehr Module und damit ein Fünftel mehr Dach. Der beste Neigungswinkel liegt bei 30 bis 35 Grad, im Norden etwas steiler. Schon 5 Prozent dauerhaft verschattete Modulfläche kosten deutlich mehr als 5 Prozent Jahresertrag, weil ein verschattetes Modul den ganzen Strang bremst.

Belege: reduco Flachdach, solaranlage-ratgeber Ausrichtung, regional-photovoltaik, echtsolar Module

Speichergröße, Kosten und was nach 20 Jahren bleibt

Zwei Faustregeln führen fast immer zur gleichen Zahl: 0,8 bis 1,2 kWh Speicher je Kilowatt Peak, oder 1 bis 1,5 kWh je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Die HTW Berlin zieht beide Obergrenzen bei 1,5 kWh und sagt: Der kleinere der beiden Werte gewinnt. Wir rechnen mit 0,8 kWh je kWp, also am unteren Ende der Spanne.

Für Ihre 10 kWp empfehlen wir 8 kWh. Das sind 1,6 kWh je 1.000 kWh Jahresverbrauch, also etwas mehr, als die HTW Berlin als Obergrenze nennt. Der Grund ist Ihr Dach: Es trägt mehr Leistung, als Ihr Verbrauch verlangt.

Ein zu großer Speicher wird im Winter nie voll und altert dabei schneller.

Nutzbar sind rund 90 Prozent der Nennkapazität, weil Lithium-Speicher zwischen 5 und 95 Prozent Ladestand betrieben werden. Ein 10-kWh-Speicher liefert also etwa 9 kWh. Preislich hat sich viel bewegt: Der Marktschnitt liegt 2026 bei rund 315 € je kWh, vor zwei Jahren waren es 690 €. Wir rechnen konservativ mit 380 €.

Mit oder ohne Speicher

Die Tabelle zeigt beides für Ihre Anlage. Dass der Speicher hier nicht wie in älteren Ratgebern die Amortisation verlängert, liegt an genau diesem Preisverfall. Quellen, die 12 bis 18 Jahre nennen, rechnen mit 500 bis 700 € je kWh. Bei 380 € und einem Abstand von 29 Cent zwischen Strompreis und Einspeisevergütung trägt sich der Speicher aus dem zusätzlichen Eigenverbrauch.

Dieselbe Anlage mit und ohne Batteriespeicher im Vergleich
10 kWpohne Speichermit 8 kWh Speicher
Investition11.500 €14.540 €
Selbst verbraucht1.600 kWh3.250 kWh
Autarkiegrad32 %65 %
Eigenverbrauchsanteil17 %34 %
Eingespeist7.900 kWh6.250 kWh
Erlös aus Einspeisung608 €481 €
Ersparnis im Jahr1.200 €1.684 €
Betriebskosten im Jahr173 €218 €
Amortisation11,2 Jahre9,9 Jahre
Ergebnis nach 20 Jahren9.056 €14.773 €

Mit Speicher zahlt sich Ihre Anlage nach 9,9 Jahren zurück, ohne Speicher nach 11,2 Jahren. Module halten 25 bis 30 Jahre.

Über die zwanzig Jahre garantierter Vergütung bleiben nach Abzug von Investition und Betriebskosten 14.773 mit Speicher und 9.056 ohne, ohne Abzinsung und mit gleichbleibendem Strompreis gerechnet. Die Module laufen danach weiter: Das Fraunhofer ISE misst im Feld rund 0,15 Prozent Leistungsverlust im Jahr, Herstellergarantien rechnen mit 0,25 bis 0,5 Prozent.

Ein Vorbehalt gehört dazu: Wir rechnen mit gleichbleibendem Strompreis. Steigt er, wird jede Anlage schneller wirtschaftlich, und die größere gewinnt stärker. Fällt er, dreht sich das um. Die Betriebskosten enthalten die Rücklage für den Wechselrichter, nicht aber einen zweiten Speicher. Aktuelle Zellchemie schafft 6.000 bis 10.000 Zyklen, das reicht bei einem Zyklus am Tag für über 15 Jahre.

Belege: HTW Berlin Speicherauslegung, Verbraucherzentrale Speicher, 42watt, gruenes.haus Amortisation

10 kWp, 15 kWp und die Größen dazwischen

Zwei Größen werden am häufigsten angefragt, und sie stehen für zwei verschiedene Häuser. 10 kWp passen zum Vierpersonenhaushalt ohne Wärmepumpe oder zum Haushalt mit Wärmepumpe und ohne E-Auto. 15 kWp passen erst, wenn beides zusammenkommt oder der Haushalt sehr groß ist.

  • Unter 8 kWpPasst zu Haushalten unter 4.000 kWh oder zu Dächern unter 50 m². Der Eigenverbrauchsanteil ist hier am höchsten, weil fast alles im Haus bleibt.
  • 8 bis 12 kWpDer Normalfall im Einfamilienhaus. Alle Zahlen zur 10-kWp-Anlage stehen auf der eigenen Seite, inklusive Monatsertrag und der Frage, warum die 10-kWp-Marke eine tarifliche und keine technische Grenze ist.
  • 13 bis 18 kWpSinnvoll ab rund 9.000 kWh Jahresbedarf. Alle Zahlen zur 15-kWp-Anlage samt Kipppunkt gegenüber 10 kWp und der Volleinspeisung als dritter Option.
  • Mit WärmepumpeDann verschiebt sich nicht nur die Größe, sondern auch die Jahreszeit, in der Sie den Strom brauchen. Photovoltaik mit Wärmepumpe rechnet das Monat für Monat durch.

Bei Ihrer Auslegung bringt ein zusätzliches Kilowatt Peak noch 66 im Jahr, während es rund 1.104 kostet. Das rechnet sich erst nach 16,6 Jahren und damit deutlich später als die Anlage selbst.

Für Häuser mit großem Dach und kleinem Verbrauch gibt es einen dritten Weg: die Volleinspeisung. Sie verzichtet auf jeden Eigenverbrauch, bringt dafür 12,22 ct statt 7,70 ct je Kilowattstunde und braucht keinen Speicher. Auf der 15-kWp-Seite ist sie durchgerechnet.

Belege: enter, 1komma5 Einfamilienhaus

Was im Angebot stehen muss

Angebote lassen sich nur vergleichen, wenn sie dieselben Positionen enthalten. Diese fünf Punkte entscheiden darüber, ob die Größe im Angebot zu Ihrem Haus passt.

  • Ertragsprognose mit Standort und AusrichtungNicht 1.000 kWh je kWp pauschal, sondern gerechnet für Ihre Dachneigung, Ausrichtung und Verschattung. Fragen Sie nach der Simulation, jeder Betrieb hat die Software.
  • Modulbelegungsplan statt kWp-ZahlAuf dem Plan sehen Sie, ob die genannten Module tatsächlich auf Ihr Dach passen, wo Kamin und Gaube liegen und welche Reihe im Winter im Schatten steht.
  • Wechselrichter passend zur LeistungÜblich sind 85 bis 100 Prozent der Modulleistung auf der Wechselstromseite, bei 10 kWp also 8,5 bis 10 kW. Wer später erweitern will, sagt das jetzt, sonst wird der zweite Ausbauschritt teuer.
  • Speichergröße begründetSteht dort deutlich mehr als 1 kWh je kWp, fragen Sie nach der Rechnung dahinter. Ein zu großer Speicher ist der häufigste Weg, ein Angebot künstlich teuer zu machen.
  • Smart Meter und Steuerbox enthaltenAb 7 kW ist ein intelligentes Messsystem Pflicht, steuerbar sein muss jede Neuanlage ab 2 kW. Fehlt die Steuerungstechnik, wird die Einspeiseleistung auf 60 Prozent begrenzt.

Zwei Dinge müssen im Angebot nicht stehen, weil sie ohnehin gelten: Auf Anlage, Speicher und Montage fällt bis 30 kWp keine Umsatzsteuer an, und die Einnahmen aus dem Betrieb sind bis 30 kWp einkommensteuerfrei. Vor der ersten Einspeisung müssen Sie die Anlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registrieren, sonst gibt es keine Vergütung. Wenn Sie die Auslegung von Fachbetrieben gegenrechnen lassen wollen, führt der Photovoltaik-Check in wenigen Minuten dorthin.

Belege: BSW Solarspitzengesetz, BMF Nullsteuersatz

Der vollständige Rechenweg
Bedarf5.000 kWh Bandmitte Ihres Verbrauchs5.000 kWh
Leistung aus dem VerbrauchAuslegungsband Ihres Verbrauchs10 kWp
Leistung aus dem DachObergrenze Ihres Dachflächenbands ÷ 6 m² je kWp, bewusst konservativ für die Belegbarkeit13 kWp
Empfehlungder kleinere der beiden Werte10 kWp
Module10 kWp × 1.000 ÷ 440 Wp, aufgerundet23 Module
Dachfläche10 kWp × 5,5 m² je kWp für die tatsächliche Belegung55 m²
Jahresertrag10 kWp × 950 kWh je kWp × 1,00 für Ihre Ausrichtung9.500 kWh
Speicher10 kWp × 0,8 kWh je kWp8 kWh
Eigenverbrauch65 % von 5.000 kWh Bedarf, weil der Ertrag darüber liegt3.250 kWh
EinspeisevergütungTeileinspeisung bis 10 kWp, Inbetriebnahme ab 08/20267,70 ct
Ersparnis3.250 × 37 ct + 6.250 × 7,70 ct1.684 €
Investition10 × 1.150 € je kWp + 8 × 380 € je kWh14.540 €
Betriebskosten1,5 % der Investition im Jahr, darin die Rücklage für den Wechselrichter218 €
Amortisation14.540 € ÷ (1.684 € − 218 €)9,9 Jahre
Ergebnis nach 20 Jahren20 × 1.466 € − 14.540 € Investition14.773 €

Häufige Fragen

Wie viel kWp brauche ich?

Rechnen Sie 1,5 bis 2 kWp je 1.000 kWh Jahresstromverbrauch, begrenzt durch Ihre Dachfläche mit 5 bis 6 m² je kWp. Bei 3.000 kWh sind das 6 kWp, bei 3.800 kWh 8 kWp, bei 5.000 kWh 10 kWp, bei 8.000 kWh 15 kWp. Ein geplantes E-Auto legt 2 kWp drauf, eine geplante Wärmepumpe 3 kWp.

Wie viel kWp brauche ich bei 5.000 kWh Jahresverbrauch?

Ein Haushalt mit 5.000 kWh Jahresverbrauch braucht 8 bis 10 kWp, wenn das Dach sie trägt. 10 kWp sind 23 Module auf 55 m² und erzeugen 9.500 kWh im Jahr. Davon bleiben mit Speicher rund 3.250 kWh im Haus, 6.250 kWh gehen ins Netz. Wer nur 30 bis 50 m² Fläche hat, fährt mit 8 kWp wirtschaftlich sogar besser.

Wie groß muss die PV-Anlage für einen 4-Personen-Haushalt sein?

Ein 4-Personen-Haushalt im Einfamilienhaus verbraucht laut Stromspiegel 3.800 kWh im Jahr, mit elektrischer Warmwasserbereitung 4.700 kWh. Daraus ergeben sich 8 kWp ohne und 10 kWp mit Warmwasser über Strom, also 19 bis 23 Module auf 44 bis 55 m². Kommt eine Wärmepumpe oder ein E-Auto dazu, sind es 11 bis 13 kWp.

Wie viel Strom erzeugt 1 kWp Photovoltaik im Jahr?

Ein Kilowatt Peak erzeugt in Deutschland 800 bis 1.200 kWh im Jahr, im Mittel rund 1.000 kWh. In Schleswig-Holstein sind es etwa 940 kWh, in Bayern rund 1.080. Wir rechnen konservativ mit 950 kWh je kWp und Südausrichtung. Ost-West kostet 20 Prozent, Norden 30 bis 40 Prozent.

Wie viel Dachfläche brauche ich je kWp?

Auf dem Schrägdach 5 bis 6 m² zusammenhängende Fläche je kWp, ohne Gauben, Kamine und Schatten. Auf dem Flachdach das Doppelte, weil aufgeständerte Reihen einen Abstand vom Dreifachen ihrer Aufbauhöhe brauchen. Nutzbar sind dort nur 50 bis 75 Prozent der Dachfläche.

Wie viele Module sind 10 kWp?

10 kWp sind 23 Module mit je 440 Watt. Mit 400-Watt-Modulen sind es 25, mit 460 Watt 22, mit 500 Watt 20. Ein Modul misst rund 1,72 mal 1,13 Meter und wiegt 21 bis 23 Kilogramm, die Anlage bringt mit Montagesystem 12 bis 15 Kilogramm je Quadratmeter aufs Dach.

Lohnt es sich, die Anlage größer zu bauen als nötig?

Größer lohnt nur bis zu dem Punkt, an dem der Jahresertrag Ihren Verbrauch erreicht. Bis dahin ersetzt jede Kilowattstunde Netzstrom für 37 ct. Danach ersetzt sie nichts mehr und wird für 7,7 ct eingespeist. Ein zusätzliches Kilowatt Peak kostet rund 1.100 € und bringt dann noch etwa 66 € im Jahr, also 950 kWh zusätzliche Einspeisung zu wirksam rund 7 ct.

Wie groß sollte der Speicher sein?

Der Speicher sollte 0,8 bis 1,2 kWh je kWp Anlagenleistung haben, für 10 kWp also 8 bis 12 kWh. Die HTW Berlin nennt zwei Obergrenzen: 1,5 kWh je kWp und 1,5 kWh je 1.000 kWh Jahresverbrauch. Bei 5.000 kWh Verbrauch gewinnt die zweite Regel mit 7,5 kWh, unser Rechner nennt 8 kWh. Beides liegt praktisch gleichauf, ein deutlich größerer Speicher wird im Winter nie voll und altert schneller.

Zählt eine geplante Wärmepumpe oder ein E-Auto schon heute?

Ja, wenn Sie sie in den nächsten fünf bis zehn Jahren anschaffen. Ein E-Auto braucht bei 10.000 km rund 2.000 kWh im Jahr, eine Wärmepumpe 3.000 bis 5.000 kWh. Module nachzurüsten ist teuer, weil Gerüst, Anmeldung und oft der Wechselrichter ein zweites Mal anfallen.

Methodik und Quellen

Der Rechner nutzt dieselbe Auslegungskette wie unser Photovoltaik-Check: Dachflächenbänder, Verbrauchsbänder, Ausrichtungsfaktoren, 950 kWh je kWp. Für jede der 256 möglichen Antwortkombinationen ist geprüft, dass Leistung und Jahresertrag exakt mit dem Check übereinstimmen. Drei Stellen rechnen genauer als der Check, und alle drei sind Korrekturen. Erstens wird der Eigenverbrauch auf den Jahresbedarf gedeckelt. Ohne diesen Deckel käme bei einer Anlage, die mehr erzeugt als das Haus verbraucht, mehr Eigenverbrauch heraus als Verbrauch, und der Rechner würde immer sagen, größer sei besser. Zweitens ist der Preis je Kilowatt Peak nach Größe gestaffelt, weil Gerüst, Anfahrt, Planung und Netzanmeldung unabhängig von der Anlagengröße anfallen. Drittens wird die Einspeisevergütung über 10 kWp gemischt, weil der Anlagenteil darüber nur 6,66 ct bekommt. Die Amortisation ist nach Betriebskosten gerechnet, also nach Versicherung, Zähler, Wartung und der Rücklage für den Wechselrichter, der nach 10 bis 15 Jahren getauscht wird. Eine Grenze des Modells gehört dazu: Der Autarkiegrad ist eine Konstante aus den Feldwerten der HTW Berlin und wächst nicht mit der Anlagengröße. In der Wirklichkeit hebt eine größere Anlage die Autarkie noch etwas an, weil sie im Winter und in den Übergangsmonaten früher genug für den Speicher liefert. Für große Anlagen fällt unsere Rechnung deshalb eher streng aus. Ebenso wenig eingerechnet sind der Standort, der zwischen 940 und 1.080 kWh je kWp ausmacht, und steigende Strompreise.

Rechenannahmen: 950 kWh Ertrag je kWp und Jahr, Ausrichtungsfaktoren 1,0 Süd bis 0,6 Nord, 5,5 m² Dachfläche je kWp für die Belegung und 6 m² je kWp für die Leistung, die ein Dachflächenband trägt, Modulleistung 440 Wp, 0,8 kWh Speicher je kWp, Autarkiegrad 32 Prozent ohne und 65 Prozent mit Speicher, der Eigenverbrauch dabei auf den Jahresbedarf gedeckelt, Strompreis 37 ct/kWh, Einspeisevergütung 7,7 ct/kWh bis 10 kWp und 6,66 ct für den Anlagenteil darüber, Anlagenpreis 1.150 € je kWp bei 10 kWp mit Staffel von 1.430 € bei 4 kWp bis 1.060 € ab 15 kWp, Speicher 380 € je kWh, Betriebskosten 1,5 Prozent der Investition im Jahr. Regionale Abweichungen bis 20 Prozent nach oben und unten sind normal. Stand dieser Seite: 2. September 2026.