Was gegen die Lücke wirklich hilft
Die naheliegende Antwort lautet: mehr Module, größerer Speicher. Beides ist falsch. Vier Maßnahmen, mit demselben Monatsmodell durchgerechnet und in der einzigen Einheit gemessen, die zählt.
Der größere Speicher ändert am Winter nichts, weil im Dezember kein Überschuss anfällt, den er speichern könnte. Drei Kilowatt Peak mehr bringen 236 kWh. Ein um dreißig Prozent kleinerer Wärmebedarf bringt 882 kWh, also rund das 3,7-Fache. Die Winterlücke schließt man am Gebäude, nicht auf dem Dach.
Was der Speicher kann und was nicht
Zwei Faustregeln führen zur gleichen Größe: 1 kWh Speicher je 1.000 kWh Jahresverbrauch, oder 0,8 bis 1 kWh je kWp Anlagenleistung. Ein Wärmepumpen-Haushalt landet damit bei 10 bis 12 kWh. Für Ihre 13 kWp empfehlen wir 10 kWh. Die Verbraucherzentrale formuliert die Grenze so: Der Speicher soll den Strombedarf einer Nacht decken.
Er verschiebt Solarstrom vom Mittag in den Abend und hebt die Eigenversorgung übers Jahr um 10 bis 20 Prozentpunkte. Vom Sommer in den Winter verschiebt er nichts. Ohne Speicher liegt die Autarkie bei 25 bis 40 Prozent, mit Speicher bei 50 bis 65. Ihr Modell kommt auf 56 Prozent.
Der billigste Hebel: SG-Ready
Ohne Steuerung läuft die Wärmepumpe, wenn es kalt ist, nicht wenn die Sonne scheint. Über die Schnittstelle SG-Ready schaltet ein Energiemanager sie bei Solarüberschuss zu. Sie heizt dann Puffer oder Warmwasser einige Grad höher auf und speichert den Solarstrom als Wärme. Achten Sie darauf, dass Wechselrichter oder Energiemanager die Wärmepumpe tatsächlich ansteuern. SG-Ready im Datenblatt allein reicht nicht.
Belege: HTW Berlin, Verbraucherzentrale Energieberatung, photovoltaik.info SG-Ready
Wärmepumpentarif oder Eigenverbrauch
Ein Wärmepumpentarif kostet 2026 im Schnitt 21 bis 25 ct je kWh, Haushaltsstrom rund 37 ct. Der Haken: Der günstige Tarif setzt einen separaten Zähler voraus, und ein separater Zähler trennt die Wärmepumpe vom Solarstrom. Ihr Dachstrom kommt dann nur noch über ein teures Kaskaden-Messkonzept an die Heizung.
Für Ihr Haus gewinnt Variante A, um 269 € im Jahr.
Ohne den einmaligen Einbau des zweiten Zählers von rund 750 € gerechnet. Bei 269 € Vorteil im Jahr hätte er sich nach rund 3 Jahren amortisiert. Verglichen werden nur die Kosten der Wärmepumpe, der Haushaltsstrom bleibt in beiden Varianten gleich.
- Variante A bei viel eigenem SolarstromJe mehr Solarstrom Ihre Wärmepumpe direkt nutzen kann, desto besser. Das gilt bei großer Anlage, Speicher und niedrigem Wärmebedarf. Über Paragraf 14a EnWG bekommen Sie auch ohne zweiten Zähler die Modul-1-Pauschale von 110 bis 190 € im Jahr.
- Variante B bei hohem Wärmebedarf und kleinem DachBei einem unsanierten Altbau mit 9.000 kWh Wärmepumpenstrom und 8 kWp auf dem Dach gewinnt der günstige Tarif. Dazu kommt Modul 2 mit 60 Prozent Rabatt auf den Arbeitspreis des Netzentgelts und der Wegfall der KWKG- und Offshore-Umlage von 1,4 ct.
- Die Faustregel der HTW BerlinJe effizienter Gebäude und Wärmepumpe, desto eher lohnt der Verzicht auf den vermeintlich günstigen Heizstromtarif.
Seit dem 1. Januar 2024 muss jede neue Wärmepumpe steuerbar sein. Der Netzbetreiber darf sie bei Engpässen auf 4,2 kW dimmen. Das reicht zum Weiterheizen, und im Gegenzug gibt es die Netzentgelt-Rabatte.
Belege: thermondo Stromtarif, Verivox, reduco
Förderung und was im Angebot stehen muss
Wärmepumpe nach KfW 458, Stand 21. Juli 2026: 30 Prozent Grundförderung, 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus beim Austausch von Öl-, Nachtspeicher- oder mindestens 20 Jahre alten Gasheizungen, dazu 10 bis 40 Prozent Einkommensbonus. Gedeckelt bei 70 Prozent, mit dem höchsten Bonus bei 80. Förderfähig sind 28.000 € für die erste Wohneinheit. Für die Solaranlage gibt es keinen Zuschuss, aber null Prozent Umsatzsteuer bis 30 kWp und 7,7 ct Einspeisevergütung.
Ab dem 1. Februar 2027 sinkt die Grundförderung auf 15 Prozent. Wer 2026 beantragt, sichert die höheren Sätze.
Was Sie im Angebot prüfen sollten
- Auslegung auf den GesamtbedarfDas Angebot muss den Wärmepumpenstrom einrechnen. Steht dort deutlich weniger als 13 kWp für Ihr Haus, fragen Sie nach der Rechnung dahinter.
- Heizlast berechnet, nicht geschätztFür den Förderantrag braucht der Betrieb eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Aus ihr ergibt sich auch der Strombedarf.
- Wechselrichter passend zur AnlageBei 13 kWp Modulleistung sollte der Wechselrichter mindestens 11 kW AC haben.
- Speicher nicht überdimensioniert10 bis 12 kWh reichen. Wer Ihnen 20 kWh verkauft, verkauft die Winterlücke, die der Speicher nicht schließen kann.
- Messkonzept vor der Netzanmeldung geklärtEin Zähler oder zwei, das muss vorher entschieden sein. Nachträglich umbauen kostet.
Belege: ADAC Förderübersicht
Der vollständige Rechenweg für Ihr Haus
- 01Heizlast70 W/m² für Ihr Baujahr × 130 m²9 kW
- 02JahresarbeitszahlVorlauf rund 50 °C nach Ihren Heizflächen3,5
- 03Strom für die Wärmepumpe70 × 130 × 1.900 h ÷ 1.000 ÷ 3,54.940 kWh
- 04Gesamtbedarf5.000 kWh Haushalt + 4.940 kWh Wärmepumpe9.940 kWh
- 05Anlagengröße9.940 × 1,3 ÷ 950 = 14 kWp, begrenzt durch Ihr Dach13 kWp
- 06Speicher13 kWp × 0,8 kWh je kWp10 kWh
- 07Jahresertrag13 kWp × 950 kWh je kWp12.350 kWh
- 08EigenverbrauchMonatsmodell mit Tages- und Nachtlast, das sind 56 % Ihres Bedarfs5.614 kWh
- 09Ersparnis5.614 × 37 ct + 6.524 × 7,7 ct Einspeisung2.580 €
- 10Reststrom aus dem Netz9.940 − 5.614, das kostet rund 1.600 € im Jahr4.326 kWh
- 11Investition13 × 1.150 € plus 10 × 380 €18.750 €
- 12Amortisation18.750 € ÷ 2.580 € im Jahr7,3 Jahre
Häufige Fragen
Wie viel kWp brauche ich für eine Wärmepumpe?
Für die Wärmepumpe allein gilt: Strombedarf der Wärmepumpe mal 1,2 geteilt durch 1.000. Bei 5.000 kWh sind das 6 kWp. Dazu kommt rund 1 kWp je 1.000 kWh Haushaltsstrom. Ein typisches Einfamilienhaus landet bei 10 bis 14 kWp.
Kann eine Solaranlage eine Wärmepumpe im Winter versorgen?
Nur zu einem kleinen Teil. Von November bis Februar deckt die Anlage 20 bis 30 Prozent des Wärmepumpenstroms, der Rest kommt aus dem Netz. Über das ganze Jahr sind 30 bis 50 Prozent realistisch.
Lohnt sich ein Speicher mit Wärmepumpe?
Ja, aber nicht gegen die Winterlücke. 10 bis 12 kWh heben die Eigenversorgung übers Jahr um 10 bis 20 Prozentpunkte, weil sie Strom vom Tag in die Nacht verschieben. Im Dezember gibt es keinen Überschuss, den ein größerer Speicher aufnehmen könnte.
Wärmepumpentarif oder Solarstrom, was ist günstiger?
Bei sanierten Häusern mit großer Anlage lohnt meist der Solarstrom am Haushaltszähler. Bei hohem Wärmebedarf und kleinem Dach lohnt der Wärmepumpentarif mit eigenem Zähler. Rechnen Sie beide Varianten, die Differenz liegt oft unter 200 Euro im Jahr.
Was ist SG-Ready und brauche ich das?
Eine Schnittstelle, über die ein Energiemanager der Wärmepumpe sagt, wann Solarüberschuss da ist. Die Wärmepumpe heizt dann Puffer oder Warmwasser höher auf. Ja, das lohnt sich, es kostet fast nichts extra.
Gibt es Förderung für Solaranlage und Wärmepumpe zusammen?
Für die Wärmepumpe bis zu 70 Prozent über die KfW, in Härtefällen 80 Prozent. Für die Solaranlage null Prozent Umsatzsteuer und die Einspeisevergütung. Einen gemeinsamen Zuschuss gibt es nicht.
Wie viel Dachfläche brauche ich für 13 kWp?
Pro Kilowatt Peak rechnen Sie mit 5 bis 6 m² zusammenhängender Fläche ohne Gauben und Verschattung. Für 13 kWp sind das rund 70 m². Reicht das Dach nicht, prüfen Sie Garage oder Carport als Zusatzfläche.
Methodik und Quellen
Der Rechner bilanziert Erzeugung und Verbrauch für jeden Monat einzeln und innerhalb des Monats für zwei Tagestypen, klar und trüb. Eine reine Jahresrechnung würde die Eigenversorgung überschätzen und die Winterlücke gar nicht zeigen. Geprüft gegen die veröffentlichten Feldwerte: Jahresautarkie mit Speicher 50 bis 65 Prozent, Deckung des Wärmepumpenstroms 30 bis 50 Prozent übers Jahr und 20 bis 30 Prozent im Winter.
Rechenannahmen: 950 kWh Ertrag je kWp und Jahr, spezifische Heizlast 50 bis 150 W/m² je Baujahr, 1.900 Vollbenutzungsstunden, Jahresarbeitszahl 2,5 bis 4,0 je Heizflächen, Auslegungsfaktor 1,3 auf den Gesamtbedarf, 0,8 kWh Speicher je kWp, nutzbare Kapazität 90 Prozent bei 90 Prozent Wirkungsgrad, Strompreis 37 ct/kWh, Wärmepumpentarif 23 ct/kWh, Einspeisevergütung 7,7 ct/kWh, Anlagenpreis 1.150 € je kWp, Speicher 380 € je kWh. Förderung nach KfW 458, Stand 21.07.2026. Regionale Abweichungen bis ±20 Prozent sind normal. Stand dieser Seite: 2. September 2026.
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