Klimaanlage Stromverbrauch: Kosten pro Stunde und Sommer

Eine Klimaanlage für 25 m² verbraucht rund 0,3 kWh pro Stunde und kostet damit 11 Cent, über einen ganzen Sommer 25 bis 41 Euro. Dahinter steckt eine Division: Kühlleistung geteilt durch den SEER ergibt die elektrische Leistung. Der Rechner unten macht daraus die Zahlen für Ihren Raum, inklusive der Zeit, die das Abkühlen wirklich dauert.

Von Josef Gitterle, redaktionell verantwortlichVeröffentlicht am 19 Minuten Lesezeit20 Quellen

Das Wichtigste in Kürze

  • 0,3 kWh und 11 Cent pro Stunde: Kühlleistung geteilt durch SEER mal Strompreis. Ein 25-m²-Raum braucht 2,0 kW Kühlleistung, das sind 0,31 kWh elektrisch und bei 37 ct rund 11 ct in der Betriebsstunde.
  • Ein Sommer kostet 25 bis 41 Euro: Sechs Stunden am Tag an 60 warmen Tagen ergeben 111 kWh bei Volllast, im üblichen Teillastbetrieb rund 67 kWh. Ein mobiler Monoblock braucht dafür das Dreifache.
  • Ein Grad wärmer spart 6 Prozent: Die Zieltemperatur ist der stärkste Hebel und kostet nichts. 24 statt 22 Grad sparen 12 Prozent, also 5 € über den Sommer.
  • Abkühlen dauert 11 Minuten: Aus 25 m² müssen für 6 Grad rund 452 Kilojoule heraus. Rein rechnerisch sind das 4 Minuten, mit Wänden und Möbeln 11. Ein mobiles Gerät braucht das Dreifache.
Helles Wohnzimmer mit einem schmalen weißen Split-Innengerät hoch an der Wand, Nachmittagssonne fällt durch große Fenster auf einen hellen Holzboden

Ihr Raum in sechs Angaben

Alles, was danach folgt, rechnet mit diesen Werten: die Kostenzeilen, die Abkühlkurve, der Rechenweg. Voreingestellt ist ein Wohnzimmer mit 25 m² und 2,5 m Deckenhöhe bei mittlerer Sonneneinstrahlung, sechs Stunden Betrieb am Tag und dem BDEW-Strompreis von 37 Cent bei 60 warmen Tagen im Sommer.

Raumfläche, m²

Normales Wohnzimmer, mit 25 m² gerechnet

Deckenhöhe, m

Standardhöhe, für die die Faustregeln gelten

Wie stark heizt sich der Raum auf?

Normale Fenster, teilweise Sonne, 80 W/m²

Betrieb am Tag, Stunden

Nachmittag und Nacht, der typische Hitzetag

Ihr Strompreis

BDEW-Haushaltsschnitt 2026

Warme Tage im Sommer

Deutscher Mittelwert aus Sommer- und Hitzetagen

2kWKühllast Ihres Raums

Das sind 0,31 kWh und 11 ct pro Stunde, über den Sommer 25 bis 41 €.

Elektrische Leistung0,31 kW
Kosten je Stunde0,11 €
Kosten je Tag, 6 h0,68 €
Verbrauch über 60 warme Tage66–111 kWh
Kosten je Sommer25–41 €
Dazu je Heizsaison185 €
Abkühlen um 6 Grad11 min
Split 41 €Monoblock 123 €

Stromverbrauch pro Stunde, Tag und Sommer

Der SEER, der Seasonal Energy Efficiency Ratio, sagt, wie viele Kilowattstunden Kälte ein Gerät aus einer Kilowattstunde Strom macht, gemittelt über eine ganze Kühlsaison nach EN 14825. Bei SEER 6,5 wird aus 1 kWh Strom 6,5 kWh Kälte. Damit steht die ganze Rechnung: Kühlleistung geteilt durch SEER ergibt die elektrische Leistung, mal Betriebsstunden mal Strompreis ergibt die Kosten. Ihr Raum kommt auf 0,31 kW elektrisch, also 11 ct je Stunde, 0,68 an einem Tag mit 6 Stunden Betrieb und 41 über 60 warme Tage.

Aus 1 kWh Strom werden 6,5 kWh Kälte. Deshalb kostet Kühlen weniger, als die meisten erwarten.

Wir rechnen mit SEER 6,5, der konservativen Mitte der Marktspanne von 6 bis 9. Ein Gerät der Klasse A+++ braucht ab SEER 8,5, ein Daikin Perfera mit 2,5 kW erreicht im Datenblatt 9,47 bei 0,48 kW Leistungsaufnahme. Wer ein solches Gerät kauft, liegt rund ein Drittel unter unseren Zahlen. Das sind 111 kWh im Sommer, bei einem Haushalt mit 3.500 kWh im Jahr also rund 3 Prozent mehr Strom.

6,5SEER, unsere konservative Rechengrundlage
350–500hVolllaststunden je deutscher Kühlsaison
37ctHaushaltsstrompreis 2026 nach BDEW

Die Zahlen sind Volllastkosten. Ein Inverter regelt seine Verdichterdrehzahl stufenlos herunter, sobald die Zieltemperatur erreicht ist, und zieht dann rund 60 Prozent der Nennaufnahme. Ihr realer Verbrauch liegt deshalb eher am unteren Rand.

Belege: klimaworld, enter, stromvermittlung

Stromverbrauch nach Gerätegröße

Wenn Sie schon ein Gerät im Blick haben, brauchen Sie den Umweg über die Raumgröße nicht. Auf dem Typenschild stehen zwei Zahlen, die gern verwechselt werden: die Kühlleistung in kW, das ist die Kälte, die herauskommt, und die Leistungsaufnahme in Watt, das ist der Strom, der hineingeht. Ein Gerät mit 3,5 kW Kühlleistung zieht elektrisch nur 0,5 bis 1,1 kW. Wer beide verwechselt, rechnet um den Faktor sechs falsch und legt auch die Absicherung falsch aus.

Stromverbrauch und Kosten nach Kühlleistung des Geräts, SEER 6,5, sechs Betriebsstunden an 60 warmen Tagen, 37 Cent je Kilowattstunde
Kühlleistungin BTU/hElektrischJe StundekWh je Sommer€ je Sommer
2 kW6.824 BTU/h0,31 kW11 ct111 kWh41 €
2,5 kW8.530 BTU/h0,38 kW14 ct138 kWh51 €
3,5 kW11.942 BTU/h0,54 kW20 ct194 kWh72 €
5 kW17.060 BTU/h0,77 kW28 ct277 kWh102 €
7 kW23.884 BTU/h1,08 kW40 ct388 kWh143 €

Gerechnet mit SEER 6,5, sechs Betriebsstunden an 60 warmen Tagen und 37 Cent je Kilowattstunde. Ein Gerät der Klasse A+++ mit SEER 8,5 liegt rund ein Viertel darunter.

Amerikanische Angaben stehen in BTU pro Stunde. 1.000 BTU/h sind 0,293 kW, umgekehrt ergibt kW mal 3.412 die BTU-Zahl. Ein 9.000-BTU-Gerät liefert also 2,6 kW.

Belege: klimavergleich, breeze24 Datenblatt

Stromkosten nach Raumgröße

Die Tabelle rechnet die vier Raumgrößen mit mittlerer Sonneneinstrahlung, 2,5 m Deckenhöhe, sechs Betriebsstunden am Tag und 37 Cent je Kilowattstunde durch.

Kühlleistung und Stromkosten einer Klimaanlage nach Raumgröße, mittlere Sonneneinstrahlung
RaumflächeKühllastElektrischJe StundeJe Tag, 6 hkWh je Sommer€ je Sommer
unter 20 m²Schlaf- oder Arbeitszimmer1,5 kW0,23 kW9 ct0,51 €83 kWh31 €
20 bis 30 m²Normales Wohnzimmer2 kW0,31 kW11 ct0,68 €111 kWh41 €
30 bis 45 m²Großes Wohnzimmer3 kW0,46 kW17 ct1,02 €166 kWh61 €
über 45 m²Offener Wohn- und Essbereich4,5 kW0,69 kW26 ct1,54 €249 kWh92 €

Der Verbrauch wächst linear mit der Kühllast, nicht mit der Fläche, weil die Kühllast auf das Geräteraster von 0,5 kW gerundet wird. Zwischen einem Schlafzimmer und einem offenen Wohnbereich liegt trotzdem der Faktor drei. Wer den Strom selbst erzeugt, drückt die Rechnung weiter: Die Kühlsaison fällt genau in die Monate mit dem höchsten Solarertrag, deshalb läuft eine Klimaanlage oft zu großen Teilen mit dem eigenen Dachstrom. Was eine passende Anlage kostet, rechnet der Photovoltaik-Check durch.

Belege: frinton, strom-report, BDEW

Kühlleistung berechnen: kW für Ihren Raum

Die Faustregel lautet 60 bis 100 Watt je Quadratmeter. 60 W bei guter Dämmung und Nordlage, 80 W im Normalfall, 100 W bei großen Süd- oder Westfenstern und im Dachgeschoss. Sie gilt für 2,5 m Deckenhöhe, bei höheren Räumen multiplizieren Sie mit Höhe geteilt durch 2,5. Für Ihre 25 bei 80 W/m² sind das 2 kW.

  • Sonne ist der größte PostenEin Quadratmeter Glas lässt bei direkter Sonne bis zu 1 kW Wärme in den Raum. Ein außenliegender Rollladen oder eine Markise senkt diesen Eintrag um über 80 Prozent und damit oft die ganze Gerätegröße um eine Stufe.
  • Personen zählen mitJede Person gibt im Sitzen 80 bis 120 Watt ab. In einem Wohnzimmer mit vier Personen sind das fast 0,5 kW zusätzlich, also ein Viertel der Kühllast eines 25-m²-Raums.
  • Dachgeschoss braucht 30 bis 50 Prozent mehrDie Dachfläche steht den ganzen Tag in der Sonne und speichert die Wärme bis in die Nacht. Als Planungswert gelten dort 80 bis 120 W/m² statt der üblichen 60 bis 80.
  • Küchen und Büros liegen darüberHerd und Backofen rechtfertigen 10 bis 20 Prozent Zuschlag, ein Büro mit Rechnern und Monitoren 80 bis 130 W/m². Die Wohnraum-Faustregel unterschätzt beide.

Für ein Angebot rechnet der Fachbetrieb nach VDI 2078, der deutschen Norm für thermische Lasten. Sie berücksichtigt Fensterflächen nach Himmelsrichtung, mit rund 230 W je Südfenster, 170 W nach Ost und West und 120 W nach Norden, dazu Personen, Geräte und die Speichermasse des Gebäudes. Die Faustregel ersetzt sie nicht, sie sagt Ihnen nur, ob ein Angebot in der richtigen Größenordnung liegt. Sollen mehrere Räume gekühlt werden, entscheidet danach die Bauform, das rechnet unsere Seite zu Multisplit und Single-Split durch.

Belege: klimaprofis, Bosch Home Comfort, energie-lexikon

Wie lange braucht eine Klimaanlage zum Kühlen

Fast jede Antwort im Netz ist eine Zeitspanne ohne Rechnung. Man kann es ausrechnen: Die Wärmemenge Q ist Masse mal spezifische Wärmekapazität mal Temperaturdifferenz. Geteilt durch die Kühlleistung ergibt das eine Zeit, die allerdings nur für die Luft gilt. Für Ihren Raum heißt das 11 min um 6 Grad herunterzukühlen, mit einem mobilen Monoblock 34 min.

11minbraucht ein Split-Gerät mit 2 kW, um Ihre 25 m² um 6 Grad herunterzukühlenAus der Luft allein müssten 452 kJ heraus, das wären 4 Minuten. Wände, Boden und Möbel geben ihre Wärme langsam nach, deshalb der Faktor 3.
30 °C28 °C26 °C24 °C0 min10 min20 min30 min40 min
4 minNur die Luft
11 minSplit-Gerät, realistisch
34 minMobiler Monoblock

Der Faktor 3 zwischen der reinen Luftrechnung und der Wirklichkeit steht für zwei Dinge: Wände, Boden und Möbel geben ihre gespeicherte Wärme über Stunden ab, und Sonne, Personen und Geräte tragen während des Kühlens weiter Wärme ein. Zwei unabhängige Messreihen bestätigen ihn. Stiftung Warentest kühlt 14 m² von 35 auf 24 Grad, Split unter 10 Minuten, unser Modell sagt 9. Eine zweite Messreihe nennt für 28 m² und 6 Grad 10 bis 20 Minuten, unser Modell sagt 13. Der Faktor ist empirisch, nicht hergeleitet: Er gilt für das Abkühlen außerhalb der Lastspitze, also am Abend oder nach dem Verschatten. Läuft die Anlage mittags gegen die volle Kühllast an, bleibt rechnerisch fast nichts zum Absenken übrig, dann dauert es deutlich länger.

Ein Split-Gerät ist nicht ein bisschen schneller als ein mobiles, sondern um den Faktor drei bis vier.

Belege: hwt zu Stiftung Warentest, northnjhvac, Stiftung Warentest

Vier Stellschrauben, in dieser Reihenfolge

  • 1. Die Zieltemperatur, kostenlosJedes Grad höher spart rund 6 Prozent Strom. Empfohlen sind 24 bis 26 Grad und höchstens 6 Grad Unterschied zur Außentemperatur. Bei 30 Grad draußen also nicht unter 24 Grad drinnen. Bei Ihnen sind das 2,46 je Grad und Sommer, zwei Grad wärmer eingestellt sparen 4,92.
  • 2. Außenliegender Sonnenschutz, einige hundert EuroRollläden oder Markisen halten über 80 Prozent des solaren Eintrags draußen. Innenliegende Jalousien bringen fast nichts, weil die Wärme dann schon im Raum ist. Das senkt nicht nur die Kosten, sondern oft auch die nötige Gerätegröße.
  • 3. Nachts lüften statt tagsüberKühle Nachtluft senkt die Speichertemperatur von Wänden und Decken um 2 bis 3 Grad. Weil genau diese Speichermasse den Faktor 3 in der Abkühlrechnung ausmacht, startet die Anlage am nächsten Tag von einem niedrigeren Punkt und läuft entsprechend kürzer. Tagsüber Fenster zu, sonst kühlt das Gerät die Nachbarschaft mit.
  • 4. Das effizientere Gerät, beim KaufZwischen SEER 6,0 und SEER 9,5 liegen 37 Prozent Verbrauch, über 15 Jahre Lebensdauer mehr als der Aufpreis. Achten Sie auf den SEER auf dem Energielabel, nicht auf den EER, der nur einen einzigen Testpunkt bei 35 Grad außen misst.

Belege: blitzrechner, pv-berechnung, energie-lexikon

Wenn die Anlage auch heizt: der Jahresverbrauch

Fast jedes Split-Gerät kann den Kältekreis umkehren und heizen, technisch ist es dann eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Für die Heizsaison gilt nicht der SEER, sondern der SCOP. Gute Geräte erreichen 5,1 bis 5,2 und damit Klasse A+++, typische Geräte 4,0. Bei 1.000 Heizstunden und 2,0 kW Leistung sind das 500 kWh und rund 185 €. Der Heizbetrieb kostet damit mehr als das Kühlen, weil im Winter länger gelaufen wird. Ihr Raum käme mit 2 kW und SCOP 4,0 auf 500 kWh und 185 je Heizsaison, zusätzlich zu den Kühlkosten.

So lesen Sie das Energielabel

Auf dem EU-Label eines Klimageräts stehen vier Zahlen, die zusammengehören. Links die Kühlseite mit SEER und dem Jahresverbrauch in kWh pro Jahr, rechts die Heizseite mit SCOP und ihrem Jahresverbrauch. Der kWh-Wert für das Kühlen ist auf 350 Betriebsstunden genormt, genau die Zahl, mit der auch unser Rechner arbeitet, wenn Sie sechs Stunden und 60 warme Tage stehen lassen. Sie können den Label-Wert also direkt mit unserem Ergebnis vergleichen.

  • SEER ist der Saisonwert, EER nur ein MesspunktDer EER misst bei 35 Grad außen und 27 Grad innen nach EN 14511, also einen einzigen Betriebspunkt. Der SEER mittelt nach EN 14825 über die ganze Saison mit Teillast. Für die Stromrechnung zählt nur der SEER, Herstellerprospekte werben aber gern mit dem höheren EER.
  • A+++ verlangt SEER 8,5 und SCOP 5,1Darunter liegen A++ ab SEER 6,1, A+ ab 5,6 und A ab 5,1. Zwischen einem A-Gerät und einem A+++-Gerät liegen 40 Prozent Verbrauch, über 15 Jahre also deutlich mehr als der Aufpreis.
  • Der Jahreswert steht schon auf dem LabelSie müssen nicht rechnen, wenn Sie das Label zur Hand haben. Weicht Ihre Nutzung von 350 Stunden ab, skalieren Sie linear: doppelt so viele Stunden, doppelter Verbrauch.

Belege: klimaworld, Bosch Home Comfort, breeze24 Datenblatt

Mobiles Gerät oder Split: der Kostenunterschied

Ein mobiler Monoblock steht komplett im Raum und bläst die Abwärme durch einen Schlauch nach draußen. Dabei entsteht Unterdruck, warme Luft strömt durch Fensterritzen nach, und der Kompressor heizt den Raum mit. Ein Split-Gerät trennt Verdampfer und Verflüssiger, deshalb liegt es bei gleicher Kühlleistung rund um den Faktor drei besser. Über Ihren Sommer gerechnet stehen 41 für das Split-Gerät gegen 123 für den Monoblock.

mehr Strom für dieselbe Kühlleistung
40–80minAbkühlzeit eines Monoblocks für 14 m² und 11 Grad
390–700Anschaffung eines empfohlenen Monoblocks

Das heißt nicht, dass ein mobiles Gerät nie richtig ist. In einer Mietwohnung ohne Zustimmung des Vermieters, in einem Raum, der drei Wochen im Jahr zu warm ist, oder wenn ein Außengerät baulich nicht geht, ist es die einzige Lösung. Nur sollte die Rechnung ehrlich bleiben: Ein Monoblock kostet 390 bis 700 €, ein installiertes Split-Gerät 1.500 bis 3.500 €. Bei 82 € Mehrverbrauch im Jahr braucht der Aufpreis von rund 1.500 € etwa 18 Sommer, um sich allein über den Strom zu rechnen. Wer acht Stunden am Tag an 100 heißen Tagen kühlt, ist nach rund zehn Jahren durch. Für den Split spricht deshalb weniger die Stromrechnung als Lautstärke, Komfort und die Heizfunktion im Winter.

Belege: Stiftung Warentest, enter

Zu groß und zu klein kosten beide

Die Gerätegröße lässt sich nach dem Einbau nicht mehr korrigieren, ein Fehler bedeutet Gerätetausch. Beide Richtungen kosten, und zwar auf verschiedene Weise. Statt 2 kW ein Gerät mit 3 kW zu nehmen, bringt Ihnen keine kürzere Abkühlzeit, die der Raum spürt, aber ein Gerät, das häufiger taktet und schlechter entfeuchtet. Der Aufpreis ist verloren, 6 Prozent Ersparnis holt dagegen schon ein Grad an der Fernbedienung.

Zu klein

Das Gerät läuft an Hitzetagen dauerhaft auf Volllast, erreicht die Zieltemperatur nie und verschleißt schneller. Der Verbrauch steigt, weil ein Verdichter unter Volllast ineffizienter arbeitet als bei 60 Prozent Teillast, wo Inverter ihren Bestpunkt haben. Sie zahlen also den vollen Strom und bekommen den Komfort trotzdem nicht.

Zu groß

Das Gerät kühlt schnell herunter und schaltet dann ab, kühlt wieder, schaltet ab. Dieses Takten verschleißt den Verdichter und verhindert die Entfeuchtung: Feuchtigkeit kondensiert erst, wenn der Verdampfer eine Weile kalt war. Das Ergebnis ist ein Raum, der kühl und trotzdem klamm ist. Inverter verzeihen eine leichte Überdimensionierung, weil sie stufenlos herunterregeln, eine grobe aber nicht.

Der Griff zur nächstgrößeren Stufe fühlt sich sicher an und ist der teuerste Fehler bei der Auslegung.

Bevor Sie ein Angebot annehmen, prüfen Sie zwei Dinge: Steht dort eine kW-Zahl, die zu Fläche, Höhe und Sonneneinstrahlung passt, und ist der Elektroanschluss enthalten. Was dabei zu klären ist, steht in unserem Ratgeber zum Stromanschluss einer Klimaanlage.

Belege: Daikin, ENERGY STAR, VDI 2078

Der vollständige Rechenweg
  1. 01Höhenfaktor2,5 m Deckenhöhe ÷ 2,5 m Standardhöhe1,00
  2. 02Kühllast25 m² × 80 W/m² × 1,00 ÷ 1.000, auf 0,5 kW gerundet2 kW
  3. 03Elektrische Leistung2 kW Kälte ÷ SEER 6,50,31 kW
  4. 04Kosten je Stunde0,31 kW × 37 ct0,11 €
  5. 05Kosten je Tag0,11 € × 6 Betriebsstunden0,68 €
  6. 06Verbrauch je Sommer0,31 kW × 6 h × 60 warme Tage111 kWh
  7. 07Kosten je Sommer111 kWh × 37 ct41 €
  8. 08Raumvolumen25 m² × 2,5 m62,5 m³
  9. 09Luftmasse62,5 m³ × 1,2 kg/m³75,0 kg
  10. 10Wärmemenge für 6 Grad75,0 kg × 1,005 kJ/(kg·K) × 6 K452 kJ
  11. 11Abkühlzeit, nur die Luft452 kJ ÷ 2 kW4 min
  12. 12Abkühlzeit, realistisch× 3 für Speichermasse und laufenden Wärmeeintrag, geeicht an Stiftung Warentest11 min
  13. 13Ein Grad wärmer eingestellt41 € × 6 Prozent−2,46 €

Häufige Fragen

Wie viel Strom verbraucht eine Klimaanlage pro Stunde?

Eine Klimaanlage mit 2,0 kW Kühlleistung verbraucht rund 0,31 kWh pro Stunde, bei 37 Cent also 11 Cent. Der Rechenweg lautet Kühlleistung geteilt durch den SEER. Ein 3,5-kW-Gerät kommt auf 0,54 kWh und 20 ct. Im Teillastbetrieb liegt der reale Verbrauch darunter, moderne Inverter regeln bis auf rund 60 Prozent der Nennaufnahme herunter.

Was kostet eine Klimaanlage im Sommer?

Ein 25-m²-Raum kostet bei sechs Betriebsstunden an 60 warmen Tagen 25 bis 41 € und verbraucht 67 bis 111 kWh, je nachdem wie viel das Gerät in Teillast läuft. Für einen 37-m²-Raum sind es 61 €, für über 45 m² rund 92 €. In Deutschland rechnet man mit 350 bis 500 Volllaststunden je Kühlsaison, mehr wird es nur im Dachgeschoss oder bei durchgehendem Betrieb.

Wie berechne ich die Kühlleistung für meinen Raum?

Die Kühlleistung ergibt sich aus Fläche mal 60 bis 100 Watt je Quadratmeter. 60 W bei guter Dämmung und Nordlage, 80 W im Normalfall, 100 W bei großen Süd- oder Westfenstern und im Dachgeschoss. Bei Deckenhöhen über 2,5 m multiplizieren Sie mit Höhe geteilt durch 2,5. Für ein verbindliches Angebot rechnet der Fachbetrieb nach VDI 2078.

Wie lange braucht eine Klimaanlage zum Kühlen?

Ein passend ausgelegtes Split-Gerät senkt einen 25-m²-Raum in rund 11 Minuten um 6 Grad. Stiftung Warentest misst für 14 m² unter 10 Minuten, allerdings über 11 Grad statt 6, also fast die doppelte Wärmemenge. Mobile Monoblöcke brauchen für dieselbe Aufgabe 40 bis 80 Minuten. Die reine Luft wäre in einem Drittel der Zeit kalt, den Rest kosten Wände, Boden und Möbel, die ihre Wärme langsam abgeben.

Was kostet eine Klimaanlage pro Monat?

Ein 25-m²-Raum kostet bei sechs Betriebsstunden am Tag rund 12 bis 21 € im Monat, ein 37-m²-Raum 18 bis 31 €. Gerechnet mit 30 Betriebstagen und 37 Cent je Kilowattstunde. Dazu kommen rund 10 kWh im Jahr für den Standby-Betrieb, das sind knapp 4 € und damit weniger als ein Kühltag.

Kühlt eine Klimaanlage schneller, wenn ich 16 Grad einstelle?

Nein. Ein Inverter läuft ohnehin mit der Leistung, die er hat, die Zieltemperatur bestimmt nur, wann er abregelt. 16 Grad einzustellen verkürzt das Abkühlen nicht, sondern lässt das Gerät danach weiterlaufen und kostet je Grad unter dem Bedarf rund 6 Prozent mehr Strom, bei 41 € Sommerkosten also 2,50 € je Grad. Empfohlen sind 24 bis 26 Grad und höchstens 6 Grad Unterschied zur Außentemperatur.

Verbraucht ein mobiles Gerät mehr Strom als ein Split-Gerät?

Ja, für dieselbe Kühlleistung rund das Dreifache. Der Abluftschlauch zieht warme Luft nach, die durch Fensterritzen nachströmt, und der Kompressor steht im Raum und heizt mit. Aus 41 € im Sommer werden so 123 €. Stiftung Warentest kommt auf eine bis zu siebenmal schlechtere Energieeffizienz.

Methodik und Quellen

Die Kühllast kommt aus derselben Rechenkette wie unser Klimaanlagen-Check: Fläche mal 60 bis 100 Watt je Quadratmeter, gerundet auf das Geräteraster von 0,5 kW. Ein Test vergleicht beide Rechner für jede Kombination aus Fläche und Sonneneinstrahlung. Der Verbrauch entsteht daraus mit SEER 6,5, der konservativen Mitte der Spanne 6 bis 9. Gute Geräte liegen darüber, dann fallen Ihre Kosten entsprechend niedriger aus. Die Abkühlzeit rechnen wir aus der Wärmemenge der Raumluft und multiplizieren sie mit dem Faktor 3 für Speichermasse und laufenden Wärmeeintrag. Dieser Faktor ist an zwei unabhängigen Messungen geeicht: Stiftung Warentest misst für 14 m² und 11 Grad unter 10 Minuten, unser Modell 9 Minuten. Eine zweite Messreihe nennt für 28 m² und 6 Grad 10 bis 20 Minuten, unser Modell 13.

Rechenannahmen: 60 bis 100 W/m² Kühllast je nach Sonneneinstrahlung, Bandmitten 16, 25, 37 und 55 m², Höhenfaktor Raumhöhe geteilt durch 2,5 m, Rundung auf 0,5 kW, SEER 6,5, Strompreis wählbar von 25 bis 43 ct mit 37 ct als Vorbelegung, warme Tage je Sommer wählbar von 40 bis 100 mit 60 als Vorbelegung, Luftdichte 1,2 kg/m³, spezifische Wärmekapazität 1,005 kJ je kg und Kelvin, Temperaturdifferenz 6 Kelvin, Faktor 3 auf die reine Luftabkühlung. Die Kosten sind Volllastkosten, im Teillastbetrieb liegen sie darunter. Regionale Abweichungen bis ±20 Prozent sind normal. Stand dieser Seite: 2. September 2026.

  • klimaworldSEER und SCOP, Verbrauchsformel, Effizienzklassen
  • enterJahresverbrauch einer Split-Anlage, Vergleich mit dem Monoblock
  • stromvermittlung350 bis 500 Volllaststunden je Kühlsaison in Deutschland
  • frintonMonatskosten bei acht Betriebsstunden, Split gegen Monoblock
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  • BDEW StrompreisanalyseHaushaltsstrompreis 2026, unser Referenzwert
  • blitzrechnerSechs Prozent Ersparnis je Grad höherer Zieltemperatur
  • pv-berechnungHöchstens sechs Grad unter der Außentemperatur
  • Bosch Home ComfortKühllast je m², Zuschläge für Personen und Sonneneinstrahlung
  • klimaprofisFaustregel 60 bis 100 W je m²
  • klimavergleichRichtwerte je Raumgröße, Umrechnung BTU in kW
  • klimavergleich Dachgeschoss30 bis 50 Prozent Mehrbedarf im Dachgeschoss
  • DaikinFolgen von Über- und Unterdimensionierung, Zuschlag für Küchen
  • co2portalKorrektur der Faustregel bei abweichender Deckenhöhe
  • Stiftung WarentestMesswerte zur Abkühlzeit, Effizienz mobiler Monoblöcke
  • hwtAbkühlzeit 14 m² von 35 auf 24 Grad, Split gegen Monoblock
  • northnjhvacAbkühlzeiten nach Gerätetyp, zweiter Eichpunkt unseres Modells
  • energie-lexikonSolarer Wärmeeintrag je m² Glas, Wirkung von außenliegendem Sonnenschutz
  • VDI 2078Norm für die exakte Kühllastberechnung
  • breeze24Datenblatt eines 2,5-kW-Geräts, SEER 9,47 und Leistungsaufnahme